Daten im Betrieb

Archive for Februar 2009

Die aktuellen Fälle von großangelegter Bespitzelung und Mißachtung von Datenschutzrechten usw. werfen die Frage auf, wie hoch wohl die Dunkelziffer solcher Datensammel– und Datenmißbrauchsfälle ist?

Weitere, andere, ausführlichere Antworten bitte als Kommentar unten posten.

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sagt Telekom-Chef Obermann:

Video einer ZDF-Sendung bei Youtube.

Die Frankfurter Rundschau berichtet über das System, wie die großen Konzerne – hier die Deutsche Bahn und die Deutsche Telekom – ihre Mitarbeiterüberwachung Bespitzelung organisieren:

Langsam wird das System der Überwachung deutlich: Die Daten von Hunderttausenden Mitarbeitern ließen Telekom und Bahn extern überprüfen. Ohne klaren Auftrag und ohne Kontrolle der Konzerne konnten kleine Detekteien wie Network mit nur sechs Mitarbeitern und Argen mit nur vier Mitarbeitern auf riesige Datensätze zugreifen.

Das System ist bekannt, modern und naheliegend; und es heißt Out-Sourcing. Der Auftrag zur Bespitzelung wird an „Spezialisten“ vergeben. Das hat freilich auch den Vorteil – im Fall des Falles -, dass sich die Verantwortung für die konkreten Aktionen – wenn sie unglücklicherweise publik werden sollten – zu einem guten Teil auf das beauftragte Unternehmen abwälzen lassen.

zum ganzen Artikel geht es übrigens hier.

Nicht genug, dass die Unternehmensleitung offensichtlich 70% der eigenen Belegschaft verborgener und wohl sehr wahrscheinlich illegaler Weise bespitzelt, nein, man versucht auch die Aufklärung zu behindern, die Aufklärer zu diffamieren und die Berichterstattung zu behindern!

Mit einer Klagsdrohung soll verhindert werden, dass ein Bericht des Berliner Beauftragten für Datenschutz und Informationsfreiheit im WWW Online einseh- und d/l-bar ist.
(Hier die Seite des Berliner Beauftragten für Datenschutz und Informationsfreiheit)

Tja, mit Datenschutz und Informationsfreiheit haben viele Unternehmen keine Freude. Quasi nach dem Motto:

Nur wenn sie ihre Daten schützen können, können sie ihre Datenschutzvergehen im Verborgenen halten.

Nachtrag:
Auch die futurezone berichtet schon von der Abmahnung und Klagsdrohung der Deutschen Bahn gegenüber dem Netzpolitik-Blog.

Die Fälle häufen sich. Ein Unternehmen bespitzelt die eigenen MitarbeiterInnen im ganz großen Stil, Marke „Rasterfahndung„.

Das heißt freilich eigentlich: es häufen sich die Fälle, in denen diese illegalen Praktiken an die mediale Öffentlichkeit kommen. Die Dunkelziffer der Unternehmen, die sich solcher Praktiken bedienen ist ungleich höher. (Siehe dazu ua. den letzten Beitrag.)

Deutsche Bahn bespitzelt im großen Stil
Im Fall der Deutschen Bahn Unternehmensführung kommt noch ein gehöriges Maß an Chuzpe hinzu. Hier wird nicht nur bespitzelt was das Zeug hält – inkl. Familienmitglieder von MitarbeiterInnen – sondern das verbotene Vorgehen auch noch als „Korruptionsbekämpfung“ verteigt.
Der Chef der Deutschen Bahn verteidigt das verbotene Vorgehen nun nicht nur sondern schließt weitere Bespitzelungen nicht aus!

173.000!!! von 240.000 MitarbeiterInnen werden ohne irgend ein Verdachtsmoment bespitzelt und das wird dann Korruptionsbekämpfung genannt.

Die Staatsanwaltschaft ermittelt bereits. Mittlerweile rudert auch die Unternehmensleitung zurück, freilich mit beschönigenden und uneinsichtigen Verdrehungen. Angeblich „steht der Job des Bahnchefs auf dem Spiel„. Man fragt sich, wie angesichts solcher Vorgänge, nur der Job nur „auf dem Spiel“ steht?


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